Fragen & Antworten

Ein Unfall wirft viele Fragen auf

Die wichtigsten Fragen und Antworten haben wir hier für Sie zusammengefasst. Für weitere Auskünfte stehen wir ihnen jederzeit zur Verfügung. Nehmen Sie einfach mit uns Kontakt auf.

Was tun nach einem Unfall?

Am Unfallort:

  • Warnblinkanlage einschalten
  • Vorsichtig aussteigen, dabei auf den fließenden Verkehr achten.
  • Ggf. Erste Hilfe leisten
  • Nicht den Unfallort verlassen
  • Die Fahrbahn rasch verlassen und an einen sicheren Ort begeben (auf Autobahnen z.B. hinter die Leitplanke)

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  • Bei Dunkelheit müssen die Fahrzeuge grundsätzlich beleuchtet sein. Empfehlenswert ist zusätzlich eine gelbe Rundumleuchte oder Blinkleuchte auf dem Fahrzeugdach.
  • Stellen Sie Ihr Warndreieck in angemessener Entfernung auf (auf Landstrassen 100 Meter und auf Autobahnen mindestens 200 Meter vor der Unfallstelle). Befindet sich der Unfallort an einer unübersichtlichen Stelle, muss das Warndreieck in ausreichender Entfernung vor das Sichthindernis (Kurve, Kuppe, usw.) aufgestellt werden.
  • Falls erforderlich, Polizei verständigen (bei Unklarheiten und auf jeden Fall bei Personenschäden)
  • Daten des Unfallgegners aufnehmen und gegenzeichnen lassen (Kennzeichen, Name, Anschrift und Versicherung des Unfallgegners)
  • Gibt es einen Zeugen? Name/Anschrift
  • Unfallort fotografieren oder skizzieren
  • Notizen zum Unfallgeschehen
  • Keine Schuldanerkenntnis abgeben

Hilfreich ist hier unser Unfallratgeber. einfach ausdrucken und im Fahrzeug aufbewahren!

Wann brauche ich einen Sachverständigen?

Sofern Sie unverschuldet mit Ihrem Fahrzeug in einen Verkehrsunfall verwickelt wurden, sollten Sie im eigenen Interesse einen Sachverständigen beauftragen.

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Die vollständige Beweissicherung über Schadenumfang und Schadenhöhe gewährleistet, dass dem Geschädigten der ihm zustehende Schadenersatz in vollem Umfang erstattet wird. Die Beweissicherung über die Schadenhöhe gewährleistet auch, dass der Unfallschaden vollständig erkannt und ggf. beseitigt werden kann. Die Beweissicherung über Schadenart und Umfang wird in vielen Fällen auch dann benötigt, wenn es später Streit über den Schadenhergang oder Ärger wegen der Reparatur gibt.

Die Höhe eines eventuellen Wertminderungsanspruches kann in der Regel erst durch ein Gutachten belegt werden. Ohne unabhängigen Kfz-Sachverständigen verzichten Autofahrer häufig auf Wertminderung bis zu mehreren tausend Euro.
Mithilfe des Gutachtens kann die unfallbedingte Ausfallzeit des Fahrzeuges festgestellt werden, sodass Ersatzansprüche bezüglich Mietwagen oder Nutzungsausfallentschädigung besser belegt werden können.

Wer zahlt die Gutachtengebühr?

Sind sie unverschuldet in einen Unfall verwickelt, trägt grundsätzlich der Schädiger bzw. dessen Haftpflichtversicherer die Kosten für die Erstellung eines Gutachtens.

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Damit für Sie keine unnötigen Kosten entstehen,  unterschreiben Sie bei uns eine Abtretungserklärung, die uns ermöglicht, die Gebühren direkt bei der gegnerischen Haftpflichtversicherung geltend zu machen. Unsere Gebührenliste liegt in unseren Geschäftsräumen aus oder kann Ihnen auf Wunsch zur Verfügung gestellt werden.

Die Kostentragungspflicht gilt nur bei Schäden über ca. 700 €. Geringe Schäden sollten anhand eines Kostenvoranschlages, den wir auch für Sie erstellen können, ermittelt werden (Schadenminderungspflicht) – es bedarf keines ausführlichen Gutachtens.

Was für Rechte habe ich?

Sofern Sie unverschuldet mit Ihrem Fahrzeug in einen Verkehrsunfall verwickelt wurden, haben Sie als Unfallgeschädigter folgende Rechte:

Ihnen, als dem Geschädigten, steht es grundsätzlich frei, einen Sachverständigen Ihrer Wahl zur Beweissicherung und Feststellung von Schadenumfang und Schadenhöhe zu beauftragen. Das gilt selbst dann, wenn die Versicherung ohne Zustimmung von Ihnen als Geschädigten bereits einen Sachverständigen bestellt hat oder schickt. Die Kosten für das Sachverständigengutachten sind mit Ausnahme von sog. Bagatellschäden erstattungspflichtig.

Nur die vollständige Beweissicherung über Schadenumfang und Schadenhöhe gewährleistet, dass Ihnen als dem Geschädigten die Ihnen zustehenden Schadenersatzansprüche in vollem Umfang erstattet werden. Die Beweissicherung über die Schadenhöhe gewährleistet auch, dass der Unfallschaden vollständig erkannt und ggf. beseitigt werden kann.

Die Beweissicherung über Schadenart und Umfang wird in vielen Fällen auch dann benötigt, wenn es später Streit über den Schadenhergang oder Ärger über die Reparaturdurchführung gibt.

Die Höhe eines eventuellen Wertminderungsanspruches kann in der Regel erst durch ein Gutachten belegt werden. Ohne unabhängigen Kfz-Sachverständigen verzichten Sie als geschädigter Autofahrer häufig auf Wertminderung bis zu mehreren tausend Euro.

Mit Hilfe des Gutachtens kann die unfallbedingte Ausfallzeit des Fahrzeuges festgestellt werden, so dass Ersatzansprüche bezüglich Mietwagen oder Nutzungsausfall-Entschädigung besser belegt werden können.

Sie haben das Recht, Ihr Fahrzeug in einer von Ihnen ausgewählten Werkstatt Ihres Vertrauens reparieren zu lassen.
Ihnen als dem Geschädigten steht es frei, sich die Reparaturkosten vom Unfallgegner auf der Basis eines von Ihnen vorgelegten Schadengutachtens erstatten zu lassen (fiktive Abrechnung).
Selbst wenn Sie als Geschädigter eine Reparatur in einer Fachwerkstatt ausführen lassen, sind Sie nicht verpflichtet, zur Abrechnung des Unfallschadens die Reparaturkostenrechnung vorzulegen (s. Urteil des BGH vom 06.04.1993, Az: VI ZR 181/92).

Benötigen Sie keinen Mietwagen und Ihr Fahrzeug steht Ihnen unfallbedingt nicht zur Verfügung, können Sie statt eines Mietwagens Nutzungsausfall-Entschädigung verlangen. Die Höhe richtet sich nach dem jeweiligen Fahrzeugtyp. Die Eingruppierung des Fahrzeuges, nach der sich die Höhe des Nutzungsausfalles richtet, kann durch einen Kfz-Sachverständigen vorgenommen werden.
Wenn Sie einen Mietwagen anstatt Nutzungsausfall-Entschädigung beanspruchen, darf das Ersatzfahrzeug nicht zu einer höheren Typklasse gehören als das eigene Fahrzeug.

Einwände des Schädigers, z. B. über nur geringe Schadenhöhe oder Vor- und Altschäden können durch ein Gutachten entkräftet werden.

Beim Verkauf eines instand gesetzten Fahrzeuges ist die Tatsache eines Unfalles im Regelfall offenbarungspflichtig. Durch das Schadengutachten nebst Lichtbildern kann einem eventuellen Kaufinteressenten der genaue Schadenumfang belegt werden.

Als Unfallgeschädigter können Sie bei der Versicherung des Unfallverursachers körperliche und psychische Schäden genauso geltend machen wie beim Unfall beschädigtes Gepäck oder Kleidungsstücke.

Die mit der Schadenregulierung verbundenen Telefon-, Porto- oder Kopierkosten sind pauschal erstattungsfähig.

Zur Durchsetzung Ihrer Ansprüche können Sie, als der Geschädigte, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens beauftragen – die Kosten hierfür hat die Versicherung des Schädigers grundsätzlich zu tragen (Anwaltsvermittlung:
z. B. die Arbeitsgemeinschaft der Verkehrsanwälte im Deutschen Anwaltsverein, Tel.: +49 (0)228 – 26 07 0).

Seien Sie stets skeptisch, wenn Ihnen, insbesondere von der Haftpflichtversicherung des Unfallgegners, die gesamte Abwicklung des Schadens angeboten wird. Bei dieser Schadensteuerung besteht vielfach das Risiko, dass der Schaden auch gegen Ihre Interessen beseitigt wird, so, wie es nur die Versicherung für richtig hält. Durch dieses sog. Schadenmanagement werden Ihre unabhängigen Berater (Rechtsanwälte und Kfz-Sachverständige) häufig ausgeschaltet, letztlich zum Nachteil von Ihnen, dem Geschädigten.
So hat auch der Verkehrsgerichtstag 1999 in Goslar Schadenmanagement durch Versicherer eindeutig abgelehnt.

Nutzen Sie die Ihnen zustehenden Rechte in Ihrem eigenen Interesse und im Interesse Ihres Geldbeutels, und achten Sie nicht nur auf eine schnelle, sondern auch eine vollständige Schadenregulierung. Schalten Sie bei einem Unfall einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens ein.

Wann spricht man von einem Haftpflichtschaden?

Im Haft­pflicht­scha­dens­fall ist der Un­fall­ver­ur­sa­cher ver­pflich­tet, dem Un­fall­op­fer ge­mäß § 249 BGB den Scha­den zu er­set­zen, den er un­fall­be­dingt er­lit­ten hat. Der Un­fall­ge­schä­dig­te ist so zu stel­len, wie er ste­hen wür­de, wenn der Un­fall nicht ein­ge­tre­ten wä­re. Im Haft­pflicht­scha­den­fall tritt Kraft Ge­set­zes an die Stel­le des Schä­di­gers die Haft­pflicht­ver­si­che­rung des Un­fall­be­tei­lig­ten (§ 3 Pflicht­ver­si­che­rungs­ge­setz). Beim Haft­pflicht­scha­dens­fall wer­den Scha­den­er­satz­an­sprü­che gel­tend ge­macht. Hier­von klar zu un­ter­schei­den, sind ver­trag­li­che An­sprü­che aus der ei­ge­nen Kas­ko­ver­si­che­rung.

Was ist ein Kaskoschaden?

Im Kas­ko­scha­dens­fall hat der Ver­si­che­rungs­neh­mer bei ei­nem selbst ver­schul­de­ten Un­fall ge­mäß den Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen An­spruch auf Er­satz der un­fall­be­ding­ten Schä­den. Es han­delt sich hier aus­schließ­lich um ver­trag­li­che An­sprü­che, die streng zu tren­nen sind von den Scha­den­er­satz­an­sprü­chen im Haft­pflicht­scha­dens­fall. Die Hö­he der Er­satz­leis­tung rich­tet sich stets nach den Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen (Kas­ko­be­din­gun­gen). In der Re­gel hat der Ver­si­che­rungs­neh­mer ei­ne Selbst­be­tei­li­gung zu tra­gen.

Was ist ein Teilkaskoschaden?

In folgenden Fällen spricht man von einem Teilkaskoschaden:

  • bei einem Brand- oder Explosionschaden
  • wenn in ihr Fahrzeug eingebrochen oder es entwendet worden ist
  • bei einem Elemetarschaden (Sturm, Hagel, Blitzschlag oder Überschwemmung)
  • bei einem Wildschaden
  • bei einem Glasbruchschaden (Steinschlag)
  • bei Schmorschäden (durch Kurzschluss verursachte Schäden an der Verkabelung)
  • bei einem sog. Marderschaden

Der Teilkaskoschaden ist abhängig von den Vertragsbedingungen ihrer Versicherung und genau so wie eine Kaskoschaden zu behandeln.

Was ist der Restwert?

Unter dem Restwert versteht man den realisierbaren Wert des Fahrzeuges im beschädigten Zustand. Die Findung des Restwertes und die höhenmäßige Gestaltung des selben unterliegt Einflussgrößen, wie z.B. Marktgängigkeit des Fahrzeuges, Reparaturmöglichkeit, Art und Umfang der Beschädigung, Wert des Fahrzeuges vor dem Schaden, Wert der unbeschädigten Teile und Aggregate, Markt für das beschädigte Fahrzeug etc.
Für die Ermittlung des Restwertes verwenden wir alle bekannten und seriösen Medien, wie z.B. die Schwacke-Liste und Restwertbörsen.

Keinesfalls kann der Restwert dadurch ermittelt werden, dass vom Wiederbeschaffungswert die Reparaturkosten in Abzug gebracht werden.

Was ist der Wiederbeschaffungswert?

Die Höhe des Wiederbeschaffungswertes, auch WBW, ihres Fahrzeuges ist der Wert der aufgebracht werden müsste um ein Fahrzeug, welches mit ihrem vor dem Schadenfall vergleichbar ist, von einem seriösen Händler wieder zu beschaffen.

Der Wiederbeschaffungswert wird u.a. über die regionale oder auch überregionale Marktlage, Erhaltungs-/Pflegezustand, dem technischen Zustand sowie die KM-Laufleistung bestimmt.

Was heißt Wertminderung?

Wird ein Fahrzeug beschädigt, tritt unter bestimmten Voraussetzungen eine Wertminderung des Fahrzeuges ein, auch dann wenn die Reparatur fachgerecht durchgeführt wird. Eine solche Wertminderung ist grundsätzlich im Rahmen des zu leistenden Schadenersatzes vom Schädiger zu ersetzen.

Bei der Wertminderung unterscheidet man zwischen einer technischen Wertminderung und einer merkantilen Wertminderung.

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Eine technische Wertminderung liegt bzw. kann vorliegen, wenn trotz erfolgter Reparaturdurchführung ein Mangel (Farbunterschiede bei der Fahrzeuglackierung, Bearbeitungsspuren) am reparierten Fahrzeug vorliegt.
Bei einer fachgerechten Reparaturdurchführung unter Berücksichtigung der Reparaturmethoden und Reparaturmöglichkeiten, kann eine einwandfreie Mängelbeseitigung gewährleistet werden.

Die merkantile Wertminderung tritt dann ein, wenn zu vermuten ist, dass nach vollständig und ordnungsgemäß durchgeführter Instandsetzung des Schadens am Fahrzeug, noch verborgene Mängel vorhanden sind, die aber erst in Zukunft zu Tage treten.

Des Weiteren kann beim Verkauf möglicherweise auf Grund der durchgeführten Reparatur ein verminderter Wiederverkaufspreis (merkantile Minderwert) erzielt werden.

Der Verkäufer ist nach der aktuellen Rechtsprechung verpflichtet, bei einem etwaigen Verkauf seines Fahrzeugs einen vorhandenen Vorschaden bzw. Unfallschaden dem Käufer mitzuteilen. Dadurch kann der Verkaufspreis gemindert werden. Dementsprechend wäre der merkantile Minderwert der Unterschied zwischen dem Wert des Fahrzeuges vor dem Unfall, mit demjenigen Wert nach der Reparatur.

Die Wertermittlung macht zu beiden Zeitpunkten nicht unerhebliche Schwierigkeiten, die reine Kaufdifferenz zählt insofern nicht, da diese bzw. der erzielbare Preis immer vom Verhandlungsgeschick der Kaufvertragsparteien abhängig ist. Dadurch ist häufig ein objektiver Wert des Fahrzeugs nicht widerspiegelbar.

Folgende Faktoren haben bei Sonderfahrzeugen (Reisemobil/Caravan) besonderen Einfluss auf die merkantile Wertminderung:

  • Verarbeitungsqualität
  • Art- und Intensität der Schäden
  • Wertminderungsanfälligkeit
  • Zustand der Karosserie bzw. Wohnraumkabine
  • Kilometerlaufleistung
  • Nutzungsdauer
  • Marktgängigkeit
  • Zahl der Vorbesitzer
  • Vorschäden

Die Verarbeitungsqualität (sichtbare Welligkeit der Außenwände, sichtbares Abdichtmaterial, stark unterschiedliche Spaltmaße) bei diesen Fahrzeugarten ist nicht mit der Qualität der heute gefertigten PKW vergleichbar.

Aus diesem Grund spricht man bei der Produktion von Sonderfahrzeugen nicht vom Stand der Technik sondern vom Stand des Herstellers.

In Anbetracht der Fahrzeugart können die dem Sachverständigen zur Verfügung stehenden Berechnungsmethoden (z.B. BVSK, Ruhkopf/Sahm, Halbgewachs) für die Ermittlung der Wertminderung nur bedingt angewandt werden.

Wann hat man einen Totalschaden?

Von einem Totalschaden spricht man, wenn die ordnungsgemäße Wiederherstellung des beschädigten Fahrzeuges entweder nicht möglich oder unwirtschaftlich ist. Der Totalschaden liegt vor, wenn die voraussichtlichen Reparaturkosten zuzüglich der ggf. entstehenden Wertminderung den Wiederbeschaffungswert erreichen bzw. übersteigen.

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Wirtschaftlicher Totalschaden:

Von einem wirtschaftlichen Totalschaden spricht man, wenn die für eine Reparatur notwendigen Aufwendungen die Differenz zwischen Wiederbeschaffungs- und Restwert übersteigen.
Die Besonderheit ist hier, dass das Fahrzeug durchaus noch in einen fahrtüchtigen Zustand versetzt, d. h. repariert werden könnte, was sich jedoch aus einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise heraus einfach nicht lohnt.

Was ist die 130 Prozent-Grenze?

Übersteigen die, nach dem Gutachten festgestellten, Reparaturkosten inkl. eventueller Wertminderung den Wiederbeschaffungswert eines Fahrzeuges, liegt normalerweise ein wirtschaftlicher Totalschaden vor. Nun möchte der Geschädigte sein Fahrzeug unbedingt  weiter fahren und reparieren lassen, dafür hat die Rechtsprechung eine Ausnahmeregelung getroffen. Der Geschädigte soll die Möglichkeit bekommen sein Fahrzeug zu behalten, sofern die Reparaturkosten den Bereich von maximal 30% über dem Wiederbeschaffungswert nicht übersteigen.

Diesen Vorgang bezeichnet man als sogenanntes „Integritätsinteresse“ des Geschädigten.

Allerdings gibt es hier ein paar Einschränkungen!

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Als Nachweis für das Integritätsinteresse muss das Fahrzeug über einen weiteren Zeitraum von mindestens 6 Monaten ab dem Schadensereignisses genutzt werden. Das Fahrzeug muss außerdem im Rahmen der Vorgaben eines seriösen Gutachtens wiederhergestellt werden.

Der Geschädigte muss einen Nachweis für die Instandsetzung erbringen, aus dem hervorgeht das die Instandsetzung ordnungsgemäß nach den Vorgaben des Gutachtens ausgeführt wurde.
Eine Reparaturrechnung oder die Reparaturbescheinigung eines Sachverständigen reichen beispielsweise schon als Nachweis.

Was ist der NfA-Abzug?

Werden bei der Reparatur Ihres unfallgeschädigten Fahrzeuges Neuteile eingebaut oder Fahrzeugteile neu lackiert, erfährt Ihr Fahrzeug eine Wertsteigerung, deren Kosten die Versicherer nicht tragen. Bei Beschädigung des Fahrzeuges ersetzt der Versicherer die Kosten für die Wiederherstellung des Fahrzeuges bis zu Höhe des Wiederbeschaffungswertes. Von den Kosten der Ersatzteile und Lackierung wird ein dem Alter entsprechender Abzug gemacht (sog. NfA-Abzug, „Neu für Alt“).

Wann bekommt man Nutzungsausfall?

Für den Fall, dass Sie nach einem Unfall keinen Mietwagen in Anspruch nehmen, können Sie während der Reparaturdauer oder Wiederbeschaffungsdauer für Ihr Fahrzeug eine Nutzungsausfallentschädigung geltend machen.

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Einen Anspruch auf Nutzungsausfallentschädigung haben Sie, wenn Ihr Fahrzeug nicht mehr fahrbereit (verkehrsunsicher) ist oder Ihr Fahrzeug einen Totalschaden darstellt. Die genaue Höhe der Nutzungsausfallentschädigung wird von unseren Sachverständigen ermittelt.

Was bedeutet "Fiktive Abrechnung"?

Wird bei einem Unfall ein Fahrzeug beschädigt und liegt kein Totalschaden vor, hat der Geschädigte gegenüber dem Unfallverursacher (bzw. dessen Haftpflichtversicherung) grundsätzlich ein Wahlrecht, ob er den Fahrzeugschaden tatsächlich reparieren lässt und für die Reparaturkosten eine Rechnung vorlegt (konkrete Abrechnung) oder ob er den Schaden auf der Basis eines Gutachtens oder eines Kostenvoranschlages beziffert, also die von einem Gutachter ermittelten Reparaturkosten geltend macht (fiktive Abrechnung). So wird bei einer fiktiven Abrechnung die Mehrwertsteuer nur noch erstattet, wenn sie auch tatsächlich angefallen ist und nachgewiesen wird.

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Sollten allerdings die Reparaturkosten oberhalb von 50% des Wiederbeschaffungswertes liegen, so kann der Versicherer auch die wirtschaftlichere Abrechnung wählen.

Repariert jemand sein Fahrzeug in Eigenreparatur und rechnet auf Gutachtenbasis ab, dann erhält er die im Gutachten ausgewiesene Mehrwertsteuer nicht erstattet. Ist jedoch tatsächlich Mehrwertsteuer angefallen, so ist diese auch zu erstatten.
Wer bei einer Eigenreparatur beispielsweise Ersatzteile einkauft und in dem Kaufpreis Mehrwertsteuer enthalten ist, erhält diese gegen Vorlage der Rechnung erstattet.

Eine weitere Grenze bei fiktiver Schadensabrechnung setzt die Rechtsprechung, wenn ein Fahrzeug vom Geschädigten nicht weiter benutzt sondern verkauft wird. Dabei ist es egal, ob das Fahrzeug unrepariert oder repariert weiter verkauft wird. Wird das Fahrzeug vom Geschädigten nicht weiter genutzt, erhält er maximal die Differenz zwischen Wiederbeschaffungswert und Restwert zugesprochen.

Beispiel: Wiederbeschaffungswert: 19.000.- €, Restwert 7.000.- €, fiktive Reparaturkosten 14.000.- €.
Wird ein Reparaturnachweis nicht erbracht, kann der Geschädigte nicht die fiktiven (durch Gutachten ermittelten) Reparaturkosten in Höhe von 14.000.- € fordern sondern lediglich die Differenz aus Wiederbeschaffungswert und Restwert, also 12.000.- €.
Damit wird der Geschädigte wirtschaftlich so gestellt wie vor dem Unfall, wo er für ein vergleichbares Fahrzeug auf dem Gebrauchtwagenmarkt 19.000.- € hätte bezahlen müssen.
Von der Versicherung hat der Geschädigte 12.000.- € erhalten. Zusammen mit dem Restwert des Fahrzeuges von 7.000.- € hat er wirtschaftlich wieder 19.000.- €.

Wird ein Fahrzeug vom Geschädigten weiter genutzt (repariert oder auch nicht repariert), kann er die Reparaturkosten (ohne Abzug des Restwertes) nach Gutachten verlangen, wenn diese (einschließlich Minderwert) geringer sind als der Wiederbeschaffungswert.